Im Herzen Wiens wurde in einem Ringstraßenbau aus dem frühen 20. Jahrhundert ein Büro neu gestaltet. Das Interior-Design-Konzept basiert auf dem bewussten Dialog zwischen historischer Substanz und zeitgenössischen Elementen. Der Bestand wurde nicht überdeckt, sondern in seiner Qualität gestärkt und neu inszeniert. Besonders der historische Deckenstuck, ursprünglich eher unscheinbar, wird nun durch gezielte Beleuchtung hervorgehoben und als architektonisches Element erlebbar gemacht.
Altbau trifft Zeitgeist
Hohe Räume, fein gearbeitete Stuckdecken, Parkettböden und Kastenfenster sowie die rötlich-braune Holzvertäfelung im Vorraum prägen den Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes. In diesem Kontext entstand eine eigenständige, zeitlose Arbeitsumgebung mit klarer gestalterischer Haltung.
Der umgestaltete Bereich gliedert sich in vier Räume: einen Vorraum, eine als „Bibliothek“ konzipierte Empfangs- und Wartezone, einen Besprechungsraum mit integrierter Teeküche sowie das Büro. Die Bibliothek bildet den repräsentativen Auftakt der Raumabfolge. Als Empfangs- und Wartebereich gestaltet, erinnert sie atmosphärisch eher an einen privaten Salon als an eine klassische Office-Situation. Von hier aus erschließen sich die weiteren Räume, die funktional klar definiert und gestalterisch miteinander verknüpft sind.
Die hohen Räume verlangten nach einer präzisen Strukturierung, die über Materialität, Farbe und Textur definiert wurde. Ein dunkelblaues Paneel zoniert den Besprechungsbereich, während ein runder Teppich den Loungebereich vom Arbeitsplatz trennt. Der niederflorige Teppich wurde bewusst gewählt, um Funktionalität im Büroalltag zu gewährleisten und gleichzeitig eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen. Die Akzentfarbe Blau zieht sich als verbindendes Element durch den Raum – am Boden, partiell an der Wand und in der Deckeninszenierung. In Kombination mit warmen, neutralen Tönen, dunklen Messingdetails, Leder und gebeizter Eiche entsteht ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Eleganz und Zurückhaltung.
An den Wänden verleiht eine feine Spachteltechnik dem Raum Tiefe und eine lebendige Oberfläche, die durch das gezielt eingesetzte Licht zusätzlich betont wird. Eine zurückhaltend gestaltete Teeküche ergänzt den Raum funktional und fügt sich selbstverständlich in das Gesamtkonzept ein.
Indirekte Lichtvouten sorgen insgesamt für eine ruhige, harmonische Ausleuchtung und betonen die architektonischen Qualitäten des Bestands. So entstand ein repräsentativer Arbeitsort, der Seriosität und Wohnlichkeit vereint.